Was führt Sie zum Neurologen?

Schmerz ist sicherlich das Symptom, das Sie am häufigsten zum Arzt und auch am häufigsten zum Neurologen führt. Ihr Hausarzt wird Sie zum Neurologen schicken, wenn er eine primäre krankhafte Störung im Nervensystem vermutet oder wenn er wissen will, ob das Nervensystem bei einer anderen Erkrankung (wie Diabetes, Bluthochdruck, Krebs, Verletzungen) mitbeteiligt ist.

Warnsymptome, die eine neurologische Konsultation notwendig machen.

Bisher nicht gekannter, anhaltender Kopfschmerz
bereits bestehender Kopfschmerz, der sich im Charakter ändert
Sensibilitätsstörungen wie Taubheit (Zahnarztspritze) oder Mißempfindungen (Kribbeln, Ameisenlaufen etc.)

Schwäche der Muskeln oder abnorme Ermüdbarkeit der Muskulatur
plötzliche Sehstörungen (plötzliche Blindheit, plötzlich aufgetretene Doppelbilder)
Störungen der Feinbeweglichkeit (z.B. beim Schreiben oder beim Essen)
Störungen der Koordination (Sie greifen daneben)
abnorme Steifigkeit der Muskeln bei Bewegungen
Muskelkrämpfe oder Muskelzuckungen
nicht gewollte und nicht kontrollierbare Bewegungen (z.B. Zittern = Tremor)
Schwindel und Störungen der Gleichgewichtskontrolle
plötzliche Bewußtseinsstörungen
Vergeßlichkeit oder Störungen der Merkfähigkeit
Zustände mit Verkennen von Situationen oder Personen
plötzliches „Verlernen“ der Sprache oder Schwierigkeiten mit dem Sprachverständnis


Welche Krankheiten behandelt ein Neurologe - ein unvollständiger Überblick


Bewegungsstörungen
Hier ist es dem Patienten nicht möglich, regelrechte und ungestörte Bewegungen durchzuführen oder es treten ungewollte und unkontrollierbare Bewegungen auf.
Z.B. bei: Spastischer Halbseitenlähmung, Dystonien-Dyskinsesien (wie z.B. Schreibkrampf), Chorea Huntington, Myoclonus-Syndrome, Tic-Erkrankungen, Tremor-Syndrome. Parkinson-Syndrome und Morbus Parkinson, Ataxien.

Mißbildungen
Meningomyelocele, Arnold-Chiari-Syndrom, Arachnoidalzsyten; Phakomatosen; Neurofibromatose Recklinghausen, Sturge-Weber-Syndrom, Hippel-Lindau-Syndrom, Syringomyelie.

Demenzen und andere Störungen der höheren Hirnfunktion
Demenzen, Demenz vom Alzheimertyp, Pick'sche Demenz, Multiinfarkt-Demenz, Hydrocephalus, Hirnorganisches Psychosyndrom, Hypertensive Encephalopathie, Alkoholfolgekrankheiten.

Endzündliche Erkrankungen des ZNS oder der Hirnhäute
Eitrige oder virale Meningitis, bakterielle oder virale Encephalitis, FSME (Frühsommermeningoencephalitis), Neuroborreliose, HIV-Infektionen, Multiple Sklerose, Sarkoidose, zentrale Manifestationen von Kollagenosen, Vaskulitiden.

Epilepsien

Traumafolgen
Schädelhirntraumata, cervicocephales Accelerationstrauma, subdurales Hämatom, Querschnittslähmungen, Engpaßsyndrome peripherer Nerven v.a. Carpaltunnelsyndrom, Kompressionen von Nervenwurzeln beim Bandscheibenvorfall.

Neuromuskuläre Erkrankungen
Polyneuropathien, Myasthenia gravis, Amyotrophe Lateralsklerose, Myopathien, Muskeldystrophien, Nervenwurzelentzündungen.

Hirntumoren

Gefäßabhängige Erkrankungen
SchlaganfallTransiente ischämische Attacke (TIA), Hirnblutungen, Subarachnoidalblutung, Hirnvenenthrombosen.

Schwindel

Schmerzsyndrome
Chronischer Schmerz - Schmerzkrankheit, Kopfschmerz einschl. Migräne, Cluster-Kopfschmerz, Thalamusschmerz, Neuralgien, Trigeminusneuralgie, Neuralgien nach Gürtelrose, Rückenschmerz.

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