Neuro-Prävention

Neuro-Prävention

19.01.2010 | Erste Studie über "stumme" Schlaganfälle in Bayern

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie fördern die Deutsche Stiftung Neurologie und die AOK Bayern das neue Projekt „Neuro-Prävention“. Nach Angaben der größten Krankenkasse im Freistaat ist die Studie ein Teilprojekt von INVADE, dem „Interventionsprojekt zerebrovaskuläre Erkrankungen und Demenz im Landkreis Ebersberg“. Zentrales Anliegen ist dabei die Umsetzung von Forschungserkenntnissen in die unmittelbare Versorgungspraxis.
„Das wissenschaftliche Konzept der Neuro-Prävention sieht vor, dass Neurologen bei der Identifikation von Hochrisikopatienten mit sogenannten „stummen“ Schlaganfällen mitarbeiten und diese Patienten dann in enger Zusammenarbeit mit deren Hausarztpraxen betreuen“, erläutert Karl Miserok, Stiftungsvorsitzender der Deutschen Stiftung Neurologie. Durch neurologische und kernspintomographische Untersuchungen von rund 1000 INVADE-Teilnehmern, je 500 Patienten aus der Hochrisikogruppe sowie der Nicht-Hochrisikogruppe, sollen bislang unbemerkte stumme Schlaganfälle frühzeitig entdeckt und ausgewertet werden.

Erst seit kurzer Zeit ist bekannt, dass stumme Schlaganfälle sehr häufig und keineswegs harmlos sind, sondern das Risiko weiterer Schlaganfälle oder Demenzen massiv erhöhen. Mit Hilfe der wissenschaftlichen Begleitforschung sollen die Grundlagen für Früherkennung und vorbeugende Therapie von Hochrisikopatienten in der Bevölkerung entwickelt werden. „Das INVADE-Teilprojekt ‚Neuro-Prävention’ steht damit beispielhaft für eine Wende von der sogenannten „Reparaturmedizin“ hin zu einer nachhaltigen Präventionsmedizin des 21. Jahrhunderts“, so Dr. Hans Gnahn, Vorstandsmitglied von INVADE.

Erkrankungen des Gehirns, vor allem Schlaganfall-Folgen und Demenz, sind die mit Abstand häufigste Ursache von Pflegebedürftigkeit und Einweisung in ein Pflegeheim. „Gerade vor dem Hintergrund, dass die Zahl der über 65-Jährigen hierzulande bis 2050 auf etwa 23 Millionen ansteigen wird, müssen bereits jetzt Präventionsmaßnahmen angestoßen werden, um die Versorgungsqualität und die Finanzierungsgrundlagen unseres Gesundheitssystems aufrechtzuerhalten“, so Dr. Helmut Platzer, Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern. Die WHO schätzt, dass ein gezielter und umfassender Einsatz geeigneter Präventionsmaßnah-men die globale Krankheitslast um bis zu 70 Prozent verringern könnte.

Hintergrund:
INVADE:
Das Projekt INVADE (Interventionsprojekt zerebrovaskuläre Erkrankungen und Demenz im Landkreis Ebersberg) verfolgt seit seinem Start im Jahr 2001 erfolgreich das Ziel einer Verminderung von Pflegebedürftigkeit aufgrund von Schlaganfall und Demenz bei AOK-Versicherten im Landkreis Ebersberg. Unterstützt wird INVADE von Anfang an durch die AOK Bayern. In den letzten Jahren konnte durch INVADE eine deutliche Verbesserung in der Behandlung von Risikofaktoren für Schlaganfall und Demenz erreicht werden, insbesondere Bluthochdruck.

Weitere Informationen über INVADE finden Sie unter http://www.invade.de .
Als Ansprechpartner stehen Ihnen gerne Experten und Wissenschaftler aus dem Projekt zur Verfügung.
FUVIFEB09
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Nervenheilkunde in Ebersberg