Das Leben ist Lot bringen - die Psychiatrie

Das Leben ist Lot bringen - die Psychiatrie

Verbreitet noch immer die Meinung, zum Psychiater geht nur, wer „verrückt“ ist. Wer schon aber will sich als verrückt sehen?
Ver-rückt kommt uns die Welt vor, wenn nach dem Verlust des geliebten Partners alles sinnlos und ohne Trost erscheint. Wenn Trauer und Schmerz nicht weichen wollen und sich in Depression verwandeln. Wenn unerwartet oder nach langen zermürbenden Kämpfen eine Beziehung in die Brüche geht und wir vor dem Scherbenhaufen enttäuschter Erwartungen und unerfüllter Hoffnungen stehen, wir nicht mehr wissen, wie Kränkungen und Verletzungen je wieder heilen sollen.

Ver-rückt auch das Erleben, sich selbst und die Welt ringsum nicht mehr ohne Alkohol oder Tabletten ertragen zu können, den Teufelskreis aus innerer Not, Suchtmittel, Wunsch nach der „rosa Brille“, Wirkungsverlust und Dosissteigerung nicht mehr aus eigener Kraft entrinnen zu können, Familie und Arbeitsplatz gefährdet zu sehen.

Hier überall ist etwas ver-rückt und der Psychiater will helfen, wieder ins rechte Lot zu kommen. Gemeinsam gilt es dann im Gespräch herauszufinden, ob ein Medikament indiziert oder eine Psychotherapie anzustreben ist, wobei der Psychiater auch Lotse sein will im Dschungel der vielen auf dem „Psychomarkt“ angebotenen Therapiemethoden, Vermittler auch zu Sozialpsychiatrischen Diensten, Selbsthilfegruppen und Behörden.

Nicht zuletzt gefragt ist der Psychiater bei den großen psychiatrischen Erkrankungen, der Schizophrenie, wo Denken, Wahrnehmung und Affekt mit der Realität nicht mehr in Einklang zu bringen sind, oder bei den sogenannten endogenen Depressionen und der Manie, ebenso bei den Erkrankungen des höheren Lebensalters, wenn das Gedächtnis seine Dienste versagt.

Hier steht mittlerweile eine neue Generation von Neuroleptika und Antidepressiva zur Auswahl, die immer differenzierter und nebenwirkungsärmer und ohne Abhängigkeitsgefahr helfen kann, die Erkrankung zu bekämpfen, wieder Zugang zum und Freude am Leben zu finden.

Zum Psychiater zu gehen, muss deshalb längst kein Makel mehr sein, sondern bedeutet Einsicht darin, dass die Seele manchmal professionelle Hilfe braucht und dafür meist auch medikamentös oder psychologisch geeignete Mittel zur Verfügung stehen.

FUVIFEB09
© 2009 Medizinische Kooperationsgemeinschaft Katharinenhof

NeuroPsychE

Nervenheilkunde in Ebersberg